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Totale Mondfinsternis Meteoroid traf den „Blutmond“

Wer sich am Montag die totale Mondfinsternis angeschaut hat, hat dabei ohne es zu ahnen möglicherweise auch den Einschlag eines Meteoroiden auf dem Mond gesehen.

"Blutmond"
Der Mond wurde während der totalen Phase der Mondfinsternis von einem Meteoroiden getroffen. Foto: dpa

Anfang der Woche konnten Frühaufsteher eine totale Mondfinsternis über Deutschland beobachten. Doch das war nicht alles, wie sich nun herausstellt. Zu Beginn der Totalität, kurz nachdem der Mond sich blutrot färbte, haben aufmerksame Beobachter einen kurzen Lichtblitz auf dem Mond bemerkt. In zahlreichen Videos von der Mondfinsternis ist der Blitz zu sehen, seit Montag wird in einem Forum auf der Plattform „Reddit“ darüber diskutiert.

Bei dem kurzen Blitz dürfte es sich um einen Meteoriteneinschlag gehandelt haben, so viel steht mittlerweile fest. Gegenüber dem „New Scientist“ bestätigt der spanische Wissenschaftler Jose Maria Madiedo, der mit seinen Kollegen bereits seit Jahren darauf wartet, einen Meteoriteneinschlag während einer Mondfinsternis zu beobachten, dass es sich um ein solches Ereignis handelte. Meteoriteneinschläge auf dem Mond sind nichts Außergewöhnliches: Der Mond wird regelmäßig getroffen, dabei entstehen oft Krater. Allerdings gab es bisher keine Aufnahmen von einem Einschlag während einer Mondfinsternis.

Durch die Beobachtung von Einschlägen auf dem Mond kann man mehr über die Meteoroide in Erfahrung bringen, die im Umfeld von Erde und Mond eine Gefahr für Raumschiffe bedeuten könnten und die täglich auch die Erde bombardieren. Durchschnittlich 33 Tonnen Gestein treffen die Erde jeden Tag - die meisten Brocken verglühen als Sternschnuppen in der Atmosphäre. Der Mond hat jedoch so gut wie keine Atmosphäre, die kleinen Steine treffen mit großer Geschwindigkeit direkt auf die Mondoberfläche. Dabei kann ein Stein mit einem Gewicht von fünf Kilogramm einen Krater mit einem Durchmesser von neun Metern schlagen und dabei 75 Tonnen Mondgestein aufwirbeln, wie die Nasa berechnet hat. Sie beobachtet im Lunar Impact Monitoring Program seit 2006 den Mond.

Wenn ein Meteoroid den Mond trifft, wird ein großer Teil der Einschlagsenergie zu Hitze und produziert einen Krater, ein kleiner Teil der Energie wird zu sichtbarem Licht - einem kurzen, hellen Blitz, der in diesem Fall von der Erde aus beobachtet wurde. Anhand der Helligkeit des Blitzes und weiterer Informationen können Wissenschaftler die Größe des Meteoriten in etwa abschätzen.

Der Forscher Madiedo gibt gegenüber dem New Scientist an, dass er noch nicht berechnet habe, wie groß der Brocken war, der auf dem Mond eingeschlagen ist. Er geht jedoch davon aus, dass er etwa zwei Kilogramm wog und ungefähr die Größe eines Fußballs hatte.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Mondfinsternis

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