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WADA Keine neue Sperre für Russische Antidoping-Agentur

Die Welt-Antidoping-Agentur zeigt sich zufrieden mit den Daten, die sie in Moskau - mit Verzögerung - bekommen hat. Sie droht Russland aber auch für einen Fall mit den „härtesten möglichen Strafen“.

22.01.2019 18:39
Juri Ganus
Der Generaldirektor der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada, Juri Ganus. Foto: dpa

Die Russische Antidoping-Agentur RUSADA wird vorerst nicht erneut suspendiert. Sie muss aber weitere Bedingungen erfüllen, um die Anerkennung zu behalten, teilte die Welt-Antidoping-Agentur mit.

Die WADA hatte die Sperre im September 2018 aufgehoben, aber einige Auflagen daran gekoppelt. Dazu gehört die Freigabe von Daten aus dem Moskauer Antidoping-Labor bis zum 31. Dezember. Experten hatten allerdings erst in der vergangenen Woche die Doping-Daten in der russischen Hauptstadt sichern können - 18 Tage nach Ablauf der Frist.

„Das Exekutivkomitee war zufrieden damit, von den bedeutenden Fortschritten zu hören“, sagte WADA-Präsident Craig Reedie nach einer Telefonkonferenz des elfköpfigen Gremiums. „Mehrere Exko-Mitglieder haben allerdings ihre Enttäuschung darüber ausgesprochen, dass die Frist verpasst wurde. Sie kamen aber übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass keine Strafe verhängt werden soll.“ Die Russen müssen noch bis zum 30. Juni Dopingproben für Nachtests freigeben. Für den Fall, dass die Moskauer Daten manipuliert worden sein sollten, droht der Exko-Vorsitzende Jonathan Taylor mit den „härtesten möglichen Strafen“.

„Wir hören nicht auf, bis wir alle Fälle untersucht haben, die wir als sehr verdächtig einstufen“, sagte der deutsche WADA-Ermittler Günter Younger in einer weltweiten telefonischen Pressekonferenz. Er vermochte aber „keine seriöse Zahl“ dieser Fälle zu nennen. Auch konnte er nicht sagen, ob die Verfahren bis zu den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Tokio abgeschlossen sein werden.

Laut dem grundlegenden Bericht von WADA-Ermittler Richard McLaren, der nach Aufdeckung des Skandals in Russland und besonders um die Manipulationen durch den Gastgeber bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi die Dimension des Dopings aufgearbeitet hat, sollen Hunderte Athleten illegale Mittel genutzt haben.

RUSADA-Chef Juri Ganus zeigte sich nach der Entscheidung erleichtert. „Wir sind vorübergehend vom Weg abgekommen. Wir können nun unsere Arbeit fortsetzen“, sagte er russischen Medien zufolge. „Gratulation an Sportler, Manager und alle, die unseren Sport unterstützen.“ Ganus hatte immer wieder davor gewarnt, dass russische Sportler nicht mehr an internationalen Wettkämpfen teilnehmen dürften, sollte Russland nicht die WADA-Bedingungen erfüllen. Er versprach, auch die weiteren Verpflichtungen zu erfüllen. (dpa)

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