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Eintracht auf Reisen Wenn der Jetlag den Körper quält

Die Eintracht-Spieler räumen eine gewisse Müdigkeit ein – doch ihr Chef Fredi Bobic relativiert.

Eintracht Frankfurt vs SC Freiburg
Hals über Kopf: SC-Torwart Alexander Schwolow riskiert Kopf und Kragen gegen Ante Rebic. Foto: Stefan Krieger

Irgendwann, die zerfaserte Partie näherte sich ihrem Ende, beugte Sebastien Haller dann seinen Oberkörper nach vorne, stützte die Hände auf die Knie und pustete ein paar Mal kräftig durch. Die fast 90 Minuten hatten dem Mittelstürmer der Eintracht, ein Baum von einem Mann, sichtlich zugesetzt, der fleißige und mannschaftsdienliche Spieler war schlichtweg platt – und stand damit nicht alleine. Das gesamte Frankfurter Team wirkte seltsam schlapp und ausgepowert.

Das war jedenfalls nicht die Eintracht aus der Vorrunde, die ihre Gegner förmlich überrannt und niedergewalzt hat und erst vom Abpfiff gestoppt wurde. „Das soll jetzt keine Ausrede sein“, hob Dauerläufer Gelson Fernandes an. „Aber man hat gesehen, dass wir nicht so frisch waren. Wir müssen uns jetzt gut erholen, denn wir müssen Power haben, um unser Spiel so durchzuziehen, wie wir es sonst machen.“

Grund zur Besorgnis ist der körperliche Zustand indes nicht, denn er ist erklärbar. Trainer Adi Hütter hatte insgeheim damit gerechnet, dass seine Spieler in der ersten Begegnung nicht ganz so ausdauernd und spritzig sein werden wie in der Vorrunde. Er hat das aber in Kauf genommen, ihm blieb auch gar nichts anderes übrig. Denn die Reisestrapazen nach dem zehntägigen USA-Trip schüttelt man nicht so schnell aus den Kleidern. Erst am Montag war die Eintracht aus Florida nach Frankfurt zurückgekehrt, einen Temperaturunterschied von rund 20 Grad und sechs Stunden Zeitverschiebung mussten die Fußballer wegstecken. Das ist nicht zu unterschätzen.

Sich wieder anzupassen und umzustellen, dauert eine Weile, Experten gehen von einer Woche bis zehn Tagen aus. Die Eintracht-Akteure hingegen hatten nur fünf Tage bis zum Auftakt gegen Freiburg. Hütter wollte die Müdigkeit gar nicht erst zum Thema machen. „Ich möchte darüber nicht diskutieren“, sagte er. „Das sind Profis.“ In diese Kerbe schlug auch Sportvorstand Fredi Bobic, der den Reisestress samt Jetlag als Begründung für die nachvollziehbare Abgeschlagenheit nicht gelten ließ. „Mit Sicherheit nicht“, antwortete der 47-Jährige auf die Frage, ob das eine Rolle gespielt haben könnte. Bobic war freilich auch der Initiator des Trainingslagers in den Staaten.

Müdigkeit macht sich beim Pressing bemerkbar

Die Spieler seien Hochleistungssportler, die das wegstecken würden. „Es gibt so viele Menschen, die von rechts nach links fliegen müssen. Fragen Sie mal Tennisspieler“, betonte Bobic. Die Zeitspanne zwischen Landung und Rückrundenauftakt sei groß genug gewesen, „das ist gar kein Problem“.

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