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US-Wahl 2020 Kamala Harris will Präsidentin werden

Im November 2020 steht in den USA die nächste Präsidentschaftswahl an. Bei den Demokraten bringen sich mögliche Trump-Herausforderer in Stellung.

Kamala Harris
Kamala Harris will 2020 gegen Donald Trump antreten. Foto: rtr

Am 3. November 2020 wird zum 59. Mal der Präsident der Vereinigten Staaten gewählt. Zwar treten zwar zumeist zahlreiche Kandidaten an, doch Chancen auf die Präsidentschaft haben im Grunde nur Bewerber, die für die Republikaner oder die Demokraten ins Rennen gehen.

Der Kandidat der Republikaner steht natürlich schon lange fest, US-Präsident Donald Trump hat bereits am Tag seiner Amtseinführung 2017 seine Kandidatur bekanntgegeben. Wie aber wird der Kandidat der Demokraten heißen? Das ist derzeit noch völlig offen, doch gut zwei  Jahre vor der US-Präsidentschaftswahl gilt es, sich so früh wie möglich in Stellung zu bringen. Das haben die ersten Anwärter inzwischen gemacht. Wir bieten einen Überblick über alle Bewerber der demokratischen Partei.

Ihre Kandidatur angekündigt haben

Julian Castro, ehemaliger Minister unter Obama

John Delaney, Kongressabgeordneter aus Maryland

Tulsi Gabbard, Kongressabgeordnete aus Hawaii

Kirsten Gillibrand, Senatorin aus New York

Kamala Harris, Senatorin aus Kalifornien

Richard Ojeda, Staatssenator West-Virginia

Elizabeth Warren, Senatorin aus Massachusetts

Die Favoriten

Die Zahlen sind eindeutig. In den Umfragen liegt zumeist der frühere Vize-Präsident Joe Biden an der Spitze. Bei den Experten von CNN sieht das etwas anders aus. Im Power Ranking vom Januar 2019 liegt Biden auf Position drei hinter Beto O’Rourke auf Platz zwei und Kamala Harris auf eins. Die Buchmacher sehen das genauso. Nachdem sie ihre Kandidatur bekanntgegeben hat, liegt sie hier deutlich vor O’Rourke und Biden an der Spitze.

Die Diskussionen darüber, wer nun die besten Chancen gegen Trump hätte, dürften damit weiter zunehmen. Schon seit geraumer Zeit tobt bei den Demokraten ein Kampf zwischen dem linken und dem moderaten Flügel über den Kurs der Partei. 

21.1.2019: Kamala Harris tritt 2020 an

Ihre Kandidatur wurde bereits erwartet, jetzt macht Senatorin Kamala Harris ernst. Die 54-Jährige hat in einem Interview in der Fernsehsendung „Good Morning America“ verkündet, dass sie sich für die Nominierung der Demokraten für das Präsidentenamt ab 2020 bewirbt.

Harris, die erst seit Januar 2017 im Senat sitzt, ist inzwischen aber zu einer Top-Politikerin der Demokraten aufgestiegen. Bekannt wurde sie im Sommer 2017 während der Senatsanhörungen, bei denen es um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung ging. Sie nahm die Befragten in die Mangel, drängte auf Antworten, hakte ständig nach.  Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen. Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder ins Schwitzen. Das hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind. 

15.1.2019: Kirsten Gillibrand verkündet Kandidatur bei Stephen Colbert

Senatorin Kirsten Elizabeth Rutnik Gillibrand ist derzeit Senatorin für den Bundesstaat New York. In der „Late Show“ verkündete sich gegenüber Moderator Stephen Colbert, dass sie in das Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur einsteigen werde.

„Ich werde für die Kinder anderer Leute genauso kämpfen wie für meine eigenen“, sagte Gillibrandt. In dem kurzen Auftritt umriss sie bereits die ihr wichtigen Politikfelder: Gesundheitsversorgung sei ein Recht und kein Privileg, öffentliche Schulen sollten besser ausgestattet sein und berufliche Weiterbildung sollte jeder Person offen stehen.

Gillibrand ist laut einer Erhebung in Auftrag gegeben von dem Fernsehsender NBC News weitaus weniger bekannt als andere Kandidatinnen und Kandidaten der Demokraten. Ihr werden deshalb nur Außenseiterchancen gegeben. Allerdings war auch Barack Obama zu diesem Zeitpunkt dem Großteil der Amerikaner nicht bekannt, im Gegensatz zu seiner damaligen Konkurrentin um die Kandidatur bei den Demokraten: Hillary Clinton.

12.1.2019: Julián Castro verkündet seine Bewerbung

Der frühere Minister aus der Regierung von Barack Obama gab seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur vor einer jubelnden Menschenmenge im texanischen San Antonio bekannt. In der von zu zwei Dritteln von Latinos bewohnten Stadt war Castro mehrere Jahre Bürgermeister gewesen. In der Regierung von Obama bekleidete er - als jüngstes Kabinettsmitglied - das Amt des Wohnungsbauministers. Er gilt als erfahrener Politiker, ausgestattet mit einem außergewöhnlichen Redetalent. Während seiner Antrittsrede kritisierte er die Grenzpolitik von US-Präsident Donald Trump und versprach, dass er als Präsident niemals „Kinder Käfige zu sperren“ würde.

11.1.2019: Tulsi Gabbard tritt an

Auch wenn die Vorwahlen erst im Januar 2020 beginnen, ist nun auch für andere Anwärter die Zeit gekommen, ihren Hut in den Ring werfen. In einem Interview mit dem Fernsehsender CNN hat nun auch Tulsi Gabbard, die für Hawaii im US-Repräsentantenhaus sitzt,  ihre Kandidatur bekanntgegeben. Die 37-Jährige, die 2013 als erste Hindu in den Kongress der Vereinigten Staaten gewählt wurde, meldete sich 2004 für einen Einsatz im Irak, wo sie in einer Samitätseinheit tätig war.

Viel Kritik erntete sie im Januar 2017, als sie mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad zusammentraf.   werden. „Wir sollten uns mit jedem treffen, wenn es dazu beitragen kann, diesen Krieg zu beenden, der dem syrischen Volk so viel Leid zufügt“, sagte damals Gabbard, die Militärinterventionen ablehnend gegenübersteht. Dass sie von den Demokraten nominiert wird, ist nicht sehr wahrscheinlich.

31.12.2018: Elizabeth Warren gründet Komitee

Als erste Favoritin hat Elizabeth Warren ihren Hut in den Ring geworfen. Die demokratische Senatorin aus dem Bundesstaat Massachusetts eröffnete bereits am Silvestertag 2018 das Rennen der erfolgversprechendsten Kandidaten, indem sie, wie das in den USA so üblich ist, ein Komitee gründete, das ihre Chancen im Fall einer Kandidatur ausloten soll. Damit ist es ihr möglich, Mitarbeiter einzustellen und - was ja immer ganz besonders wichtig ist - Spenden zu sammeln. Ob die 69-Jährige, die dem linken Flügel der Demokraten angehört, tatsächlich antreten wird, ist aber noch lange nicht sicher. Ihre endgültige Entscheidung über eine Bewerbung will sie in Kürze bekanntgeben.

Die Juraprofessorin, die an der Eliteuniversität Harvard lehrte, sitzt seit 2013 im Senat und hat sich einen Namen als lautstarke Kritikerin der Finanzindustrie gemacht. Ein beliebtes Feindbild ist auch Donald Trump, den sie immer wieder aufs Schärfste attackiert. Doch Trump wäre nicht Trump, würde er nicht ebenso hart zurückschlagen. Die Auseinandersetzung gipfelte schließlich im Pocahontas-Streit. Weil Warren behauptet, dass unter ihren Vorfahren auch amerikanische Ureinwohner seien, verspottet sie Trump regelmäßig als „Pocahontas“, eine bekannte Ureinwohnerin aus dem 17. Jahrhundert.

Im Juli 2018 forderte er sie schließlich auf, einen Test zu machen, um ihre Angaben endlich belegen zu können. Zudem versprach er, ihr bei einem positiven Ergebnis eine Million Dollar für eine Wohltätigkeitsorganisation ihrer Wahl zu geben.

Und was geschah? Warren unterzog sich tatsächlich einem Test und legte im Oktober das Resultat vor, wonach es „überzeugende Beweise“ dafür gebe, dass einer ihrer Vorfahren vor sechs bis zehn Generationen ein amerikanischer Ureinwohner gewesen sei. Gleichzeitig forderte sie Trump auf, seine Wettschulden einzulösen, woraufhin dieser von einem gefälschten Test sprach und sie als Schwindlerin beschimpfte. Natürlich gibt es auch einen entsprechenden Tweet dazu: Nur Menschen mit sehr geringem IQ, so Trump, würden Warren glauben.

Warren brachte die ganze Aktion jedenfalls überwiegend negative Kritiken ein. Im Grunde könnte es ihr so ähnlich gehen wie Hillary Clinton. Zwar dürfte sie fachlich die wohl kompetenteste Bewerberin der Demokraten sein, doch beim Wahlvolk kommt sie offenbar nicht so recht an. 

11.11.2018: Richard Ojeda verkündet Kandidatur

Richard Ojeda ist ein Staatssenator aus West-Virginia, dem ebenso keinerlei Chancen auf die Kandidatur eingeräumt werden.

28.7.2017: John Delaney will Trump herausfordern

John Delaney ist ein Kongressabgeordneter aus Maryland, dem keinerlei Chancen auf die Kandidatur eingeräumt werden.

Weitere mögliche Kandidaten

Bernie Sanders

2016 war für die Demokraten nun wirklich kein gutes Jahr. Hillary Clinton ist ursprünglich als klare Favoritin ins Rennen um die Präsidentschaft gegangen, doch dann kam der parteilose Bernie Sanders, der seit 2007 den Bundesstaat Vermont im US-Senat vertritt, und trat im Vorwahlkampf der Demokraten gegen Clinton an. Sanders gehört in den USA zu den linken Politikern - in Deutschland wäre er wohl den Sozialdemokraten zuzuordnen. Immerhin bezeichnet er seine politische Orientierung als „democratic socialism“. Dass aber ein Politiker, der sich als Sozialist bezeichnet, in den USA wählbar ist, gehört zu den überraschenden Erkenntnissen des Wahlkampfs 2016.

Sanders ist nach wie vor sehr populär – wohl auch bei den Kubanern, wurde doch 2017 eine auf Kuba heimische Spinne (Spintharus berniesandersi ) nach ihm benannt. Anderseits könnte ein zweiter Anlauf von Sanders auch alte Wunden aufreißen, hat doch der Wahlkampf 2016 bei den Demokraten geradezu ein Trauma ausgelöst. Auch die Frage nach seinem Alter verhallt nicht ungehört. Immerhin ist Sanders bereits 77 Jahre alt und würde, sollte er gewählt werden, im Alter von 79 Jahren ins Weiße Haus einziehen. Der bisher älteste Präsident war Ronald Reagan, der mit 77 Jahren aus dem Amt ausschied. Aber auch Donald Trump war bei Amtsantritt ja schon 70 und könnte, sollte er 2020 noch einmal gewonnen, Reagan als Rekordhalter ablösen.

Allerdings hat Sanders auch mit anderen Problemen zu kämpfen. So behaupten ehemalige Mitarbeiter in einem vertraulichen Schreiben, dass es 2016 im Wahlteam „sexuelle Gewalt und Belästigungen“ gegeben habe. Sanders hat sich natürlich sofort reagiert und sich bei den betroffenen Frauen entschuldigt. Er habe von solchen Belästigungen nichts gewusst, sagte Sanders auf CNN. Hilfreich dürfte der Brief jedenfalls nicht gewesen sein, zumal seinen enthusiastischsten Anhängern, den sogenannten Bernie Bros, gerne Frauenfeindlichkeit vorgeworfen wird.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier USA

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