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Wohnen in Frankfurt Mieter ärgern sich über nächtliches Hämmern

Vonovia-Mieter in der Knorr- und Wallauer Straße beschweren sich über Umbauarbeiten. Sie fordern vom Ortsbeirat, dass sich dieser für den Bau von bezahlbaren Wohnungen im Frankfurter Gallus einsetzt.

Gallus
Mieterhöhung, Lärm, weniger Grünflächen, Vonovia-Mieter im Gallus sind sauer. Foto: Andreas Arnold

Es seien unzumutbare Zustände, beschweren sich Mieter von Vonovia aus der Knorr- und Wallauer Straße im Gallus. Sie sind in die Sitzung des Ortsbeirats 1 am Dienstag gekommen, um einmal mehr auf ihre Situation aufmerksam zu machen. 

In der Knorrstraße protestieren Mieter seit mehr als zwei Jahren gegen mit Modernisierung begründete Mieterhöhungen. Das Wohnungsunternehmen stockt auf und baut neu. Nachts, auch am Wochenende werde gehämmert, berichtet Robert Stojanoski. Und er habe eine kräftige Mieterhöhung bekommen, für einen Luxusbalkon, den er nicht brauche. 

In der Wallauer Straße seien die Umbauarbeiten auch noch nicht beendet, sagt Mieter Martin Mathis. Dachböden würden zu neuen Wohnungen umgebaut, durch die Verdichtung fielen Grünflächen weg. Doch Mietminderungen gebe es nicht. „Neue Türen wurden in alte Rahmen eingebaut, die nun nicht richtig passen.“ Zudem stimme etwas mit den neu verlegten Elektroleitungen nicht, ständig flögen Sicherungen raus.

Die Mieter haben nun eine Erklärung an den Ortsbeirat formuliert. Er soll alles ihm Mögliche unternehmen, dass die verkauften staatlichen und Werkswohnungen in private Wohnungskonzerne, wieder in kommunaler beziehungsweise staatlicher Hand zurückgeführt werden. Auch soll sich das Gremium für den Bau von bezahlbaren Wohnungen einsetzen und Mietsteigerungen im Gallus begrenzen. Zudem solle der Bau von teuren Wohnungen im Umfeld von bezahlbaren Wohnungen nicht genehmigt werden. 

Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) sagt: Als Privatperson sei er natürlich dagegen, dass überdimensional viele Kosten auf Mieter umgelegt würden, „als Ortsbeirat sehe ich aber keine großen Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun“. Gerne könne man einen Ortstermin organisieren, den Bebauungsplan ändern, nicht. 

Auch die Stadt könne hier wenig tun, sagt Mark Gellert vom Planungsdezernat. Denn zunächst mal stünden die Wohnungen ja nicht zum Verkauf, auch wenn die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG solche Siedlungen erwerben könnte. Um Mietsteigerungen zu begrenzen stünden der Stadt ein breites Instrumentarium zur Verfügung.

Eyup Yilmaz (Linke) unterstütze die Mieter. Es könne nicht sein, dass die Menschen dort gentrifiziert werden, sagt er. Auch Hanna Große Vorholt (Ökolinx) ist der Meinung, dass man Druck machen und ein klares Statement abgeben müsse, dass es so nicht weitergehen könne. Der Ortsbeirat will nun einen Vertreter der Vonovia zur nächsten Sitzung eingeladen. 

Vonovia kennt die meisten Vorwürfe. Und Austausch gebe es bereits, sagt Sprecher Mark Niklas Gille. Vonovia habe eine Sprechstunde eingerichtet und ein Bauleiter sei vor Ort, an den sich die Mieter wenden könnten. Einzelne Probleme müsse man sich angucken. Klar sei aber auch, dass es bei Bauarbeiten zu Dreck und Lärm komme. „Wir sind sehr an einem konstruktiven Dialog interessiert und gerne bereit mit den Mietern und dem Ortsbeirat zu sprechen“, so Gille. 

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