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Bockenheim Die Ginnheimer soll grüner werden

Die Stadt Frankfurt, Anwohner und der Ortsbeirat beraten über den Ersatz für die gerodeten Bäume an der Ginnheimer Landstraße. Das Grünflächenamt hatte vier der Kirschpflaumen wegen Fäule fällen lassen.

Ginnheimer Landstraße
Am Mittwoch trafen sich die Bürger am Grünstreifen der Ginnheimer Landstraße. Foto: Christoph Boeckheler

Trocken und frostig sieht er aus, der gräuliche Streifen Erde in der Ginnheimer Landstraße, der den Gehweg von den auf der Straße parkenden Autos trennt. Wie jene Abschnitte zukünftig gestaltet werden sollen, die zwischen den hüfthohen, kastenförmigen Hecken und den vereinzelten Kirschpflaumen gähnen, diskutierten am Mittwochmorgen Vertreter des Grünflächenamtes und des Ortsbeirats 2 mit Anwohnern.

Zum Gespräch hatte das Grünflächenamt auf Wunsch der Anwohner eingeladen. Denn: Im Sommer vergangenen Jahres hatte es vier der Kirschpflaumen wegen Fäule fällen lassen. Das hatte in der Nachbarschaft für Empörung gesorgt. In einer Protestaktion hatten Anwohner Schilder aufgehängt, auf denen sie ihren Wunsch nach dem Erhalt des Baumbestandes in der Straße laut machten (die FR berichtete). Bei den Fällungen fielen dem Grünflächenamt aktive Trinkwasserleitungen auf, die beim Einsetzen der Bäume in den 70er Jahren nicht beachtet worden seien, berichtet der zuständige Mitarbeiter Johannes Guth. Nun können an dieser Stelle keine Bäume nachgepflanzt werden – doch die Nachbarschaft möchte nicht auf die Pflanzen verzichten.

Das kurz- und mittelfristige Ergebnis der Begehung lautet nun: bis zum Frühjahr wird das Grünflächenamt für eine Auflockerung des Bodens sorgen, damit die Zwischenflächen mit Rasen begrünt und Solitärsträucher gepflanzt werden können. „Ich könnte mir zum Beispiel den Winterschneeball gut vorstellen. Denn der blüht auch um diese Jahreszeit“, sagt eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Sie hat sich viel mit Pflanzen beschäftigt und ist zum Ortstermin gekommen, um ihre Wünsche und Vorschläge einzubringen.

Ein weiteres Problem sehen Ortsbeiräte wie Anwohner darin, dass der Grünstreifen immer wieder mit Müll verdreckt wird. So lägen vor dem Discounter-Supermarkt auf Höhe der Ginnheimer Landstraße 23-27 immer wieder Plastikverpackungen und Kippenstummel. „Hier fehlen auch einfach Mülleimer“, findet der Initiator des Treffens, Wolf-Ulrich Herres. 

Wie der Grünstreifen langfristig „mit so viel Blatt wie möglich“ verschönert werden kann, so wie es sich die Anwohnerin und Pflanzenfreundin wünscht, bleibt zu klären. Denn die Fläche obliegt der Verwaltung des Amtes für Straßenbau und Erschließung. Nun will sich der Ortsbeirat für eine Prüfung möglicher Neupflanzungen von Bäumen auf der anderen Straßenseite einsetzen. Dort liegen zwar keine Wasserleitungen – aber es parken Autos. Bis hier die Interessenlage geklärt sowie geprüft ist, ob und wie viele neue Bäume für Ästhetik und frische Luft in der Straße sorgen können, gilt es also, noch die ein oder andere bürokratische Hürde zu nehmen. Bis dahin zumindest ist auch Herres zufrieden mit dem Kompromiss: „Ich finde das schrittweise Vorgehen sinnvoll“.

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