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Altstadt in Frankfurt Es ist eng in der neuen Altstadt

Die Frankfurter Altstadt zieht täglich etwa 8000 Touristen an. Doch sie bietet allzu wenig Platz für Fahrradständer, Bänke und Toiletten.

Altstad
Der Blick auf den Krönungsweg. Foto: peter-juelich.com

Er blickt mit Wohlgefallen auf die kleineren und größeren Gruppen, die an ihm vorbei über den Krönungsweg ziehen. „Unsere Werbung hat sich bezahlt gemacht“, sagt Thomas Feda, Geschäftsführer der städtischen Tourismus und Congress GmbH. Etwa 8000 Touristen kommen organisiert täglich in die neue Frankfurter Altstadt. „Derzeit sind es viele Spaniern und Engländer“, weiß der Tourismus-Manager, „beide lieben unseren Weihnachtsmarkt.“ Und der wirkt in diesen Tagen als zusätzliche Attraktion im Herzen Frankfurts.

Doch der bedarf es eigentlich nicht. Die 35 Altstadt-Häuser, zusammengedrängt auf 7700 Quadratmeter, wirken wie ein Magnet. 80 Gästeführer sind vollkommen ausgelastet, an einem normalen Samstag vor Weihnachten drängen sich vom Vormittag bis zum Abend bis zu 55 Führungen durch das Quartier. Einige Anwohner haben sich schon bei der Dom Römer GmbH beschwert, weil insbesondere die Trecks mit chinesischen und japanischen Besuchern von Guides mit lautstarken Megafonen geführt werden.

Thomas Feda zuckt mit den Schultern. „Gut, da ist schon ein Geschrei, da geht es halt ab“, sagt er. Die Gästeführer der Stadt sind angehalten, mit ihren Erläuterungen 60 Dezibel nicht zu überschreiten. Aber auf chinesische und japanische Tourismus-Unternehmen habe er wenig Einfluss, sagt Feda. „Das ist ja öffentlicher Raum.“

Das neue Altstadt-Quartier als Tourismus-Attraktion: Diese Rechnung scheint aufzugehen. „Noch kommen die meisten Besucher aus Deutschland, zwei Drittel der Führungen sind in Deutsch.“ Langsam aber zeigten sich die Folgen der intensiven Werbung in der Volksrepublik China und in Japan.

Infrastruktur  der Altstadt wird langsam angepasst

Die Infrastruktur in den Gassen und auf dem zentralen Hühnermarkt wird langsam angepasst. „Wir haben sieben Mülleimer aufgestellt“, sagt Michael Guntersdorf, der Chef der städtischen Dom Römer GmbH. Sitzbänke stehen jetzt an der Pergola, mit der die Altstadt von der Kunsthalle Schirn abgetrennt wird. „Für weitere Bänke haben wir einfach keinen Platz“, sagt Guntersdorf.

Sein Kollege Feda nennt öffentliche Toiletten „sehr wünschenswert“. Aber wo sie aufgestellt werden könnten, ist offen. Denn der öffentliche Raum der Altstadt ist nun mal sehr begrenzt. „Wir haben auch zu wenig Fahrradständer“, ergänzt der oberste Tourismus-Manager der Stadt. Aber auch hier gilt: kein Platz.

Wie rigide um jeden Quadratmeter in der Altstadt gerungen wird, musste Guntersdorf erfahren, als ein Stand des Weihnachtsmarktes arglos auf der kleinen Freifläche vor dem Haus „Goldene Waage“, direkt am Dom, aufgebaut worden war. Die Frankfurter Berufsfeuerwehr bestand umgehend auf Räumung der Bude: Der Raum werde benötigt zum Rangieren der Feuerwehrfahrzeuge – falls es denn mal brennt in der Altstadt.

Womit wir bei einem ganz heiklen Thema wären. Der Jahreswechsel rückt näher, die Tage, in denen es böllert und kracht in der ganzen Stadt. In Vorschriften gekleidet, heißt das: Die deutsche Sprengstoffverordnung erlaubt, „dass am 31. Dezember und 1. Januar“ jeden Jahres „pyrotechnische Gegenstände abgebrannt werden dürfen“.

Aber auch in einem Viertel, in dem Holz als Baustoff eine große Rolle spielt?

Die Fachleute der Stadt kommen nach eingehender Prüfung zu dem Ergebnis: „Bei dem neu entstandenen Dom-Römer-Areal handelt es sich überwiegend um Neubauten und Rekonstruktionen“. Auch die Gebäude, die als Fachwerkhäuser errichtet wurden, verfügten „über Dachkonstruktionen, die den brandschutztechnischen Eigenschaften anderer Gebäude gleichwertig sind“.

Aus diesem Grund steht einem großen Feuerwerk in der Altstadt in der Silvesternacht nichts im Wege. Im Übrigen wissen die Experten der Stadt genau: „Ein Verbot zum Abbrennen von Feuerwerkskörpern“ sei in der Altstadt „nicht umsetzbar“.

Mit großer Gelassenheit reagieren die Verantwortlichen der Kommune auf die bettelnden Menschen, die vereinzelt am Rande der Altstadt-Gassen sitzen. Nach Rücksprache mit seinen Mitarbeitern stellt Tourismus-Chef Feda fest: „Wir haben seit der Eröffnung der Altstadt im Mai bis heute keine einzige Beschwerde über organisiertes Betteln bekommen.“

Im Vergleich zur Situation zwischen Dom und Römer sei das Problem in der Fußgängerzone Zeil wesentlich größer.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Neue Altstadt Frankfurt

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